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Der Wasserweg zum Kanu-Verein Unterweser
Du paddelst auf der Weser an Nordenham vorbei. Rechts die Luneplate, links
passierst Du den Fähranleger Blexen - Du fährst hoffentlich
auf der richtigen Fahrwasserseite außerhalb des Tonnenstrichs - achte
auf die gelben Tonnen von Blexen Reede, hier liegen die Schiffe vor Anker.
Jetzt wird es kritisch. Der Strom macht eine große Biegung. Achte
besonders auf schnelle Fahrzeuge wie das Lotsenversetzboot. Auch die Fähre
von Blexen nach Bremerhaven, die Boote von Zoll und Wasserschutz, sowie
Schlepper und natürlich Motorboote laufen hier oft quer zum Fahrwasser.
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Vor
Dir breitet sich nun die Wasserfront von Bremerhaven aus. Der "Radarturm",
der die Empfangsanlagen der Richtfunkstrecken zu der Radarkette in der
Außenweser trägt, ist Orientierungspunkt. Etwas rechts davon
sieht man den roten und den grünen "Leuchtturm" der Molen der Geestemündung.
Zum KVU muss man diese Einfahrt treffen. Weit draußen kann man
die Columbuskaje (Hier kam Elvis zum ersten mal nach Deutschland) und dahinter
das Containerterminal mit seiner immer länger werdenden Stromkaje
sehen. Achtung: in diesem Bereich ist die Weser je nach Wasserstand und
Strömungsrichtung (Ebbe oder Flut) immer anders und häufig tückisch
(Presswasser, Eddys, unangenehme kurze hohe Wellen, Kreuzseen, und wenn
dann noch mit voller Fahrt ein Schlepper oder der Lotse kommt, dann halt
Dich fest.... - Kentergefahr, Du wärst nicht der erste. Bedenke: Du
bist auf einem extrem vom Menschen beeinflussten Großgewässer
- er hat einen flachen Fluss auf 11 bis 14m Wassertiefe ausgebaggert
und innerhalb von 6 Stunden fällt der Wasserstand um 3,75 Metern oder
er steigt innerhalb der nächsten 6 Stunden um die gleiche Höhe
wieder - unterschätze nicht die Macht des Wassers und des Windes, der
Dich nun direkt aus seiner bevorzugten Richtung trifft: Nordwest.
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Du kommst jetzt mit der vollen
Tideströmung des ablaufenden Wassers
an den Molenköpfen der Geestemündung an. Du wirst die hohe Strömungsgeschwindigkeit
direkt wahrnehmen. Du solltest jetzt dicht am Bremerhavener Ufer
paddeln. Sei vorsichtig, Du bist von den Schiffen nicht wahrnehmbar und
keiner achtet auf Dich. Für die bist Du nicht da. Und die, die aus
der Einmündung kommen, also aus dem Geeste-Vorhafen, haben gar keine
Chance, Dich auszumachen. Schau aufs Photo, da rauscht gerade das Lotsenboot
in die Mündung, das ist der Gau der Schiffsbegegnungen, der denkt
immer, er ist allein. Tuuuut und Du musst weg sein.
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Geschafft,
drin. Jetzt wird es ruhiger. Denkste. Plötzlich beginnt die Fähre
vor Dir an zu blubbern. Das Geräusch der Motoren der Fähre ist
einmalig (Schade: 1999 gibt es neue Schiffe, der Sound wird sich vermutlich grundlegend
ändern).
Jetzt pass auf: die Fähre legt ab und
kommt direkt auf Dich zu. Bleib rechts; aber achte darauf, was im Schleusenvorhafen
von der Fischereihafendoppelschleuse abläuft. Wenn die Tore aufgehen,
kann es ganz schön busy werden - auch ein Pulk Segler ist eine Bedrohung. |
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Bist Du am Fähranleger vorbei, dann ist der meiste
Stress vorbei.
Nun ist überwiegend noch mäßiger Sportbootverkehr. Doch
jetzt kommt die Strömung von vorn. Es geht ganz schön zäh
voran. Zäher wird es noch unter der Kennedy-Brücke des Sturmflutsperrwerkes,
das 1962 Bremerhaven vor dem Absaufen bei der großen Sturmflut gerettet
hat - es war gerade fertig geworden. Dann kommt rechts das Morgensternmuseum
und die Gästeanleger für Motorboote, links sind die Gebäude
der Hochschule Bremerhaven und die Grachtenhäuser, davor die Reste
des alten Wenkedocks zu sehen, Rudimente aus der Gründungszeit Bremerhavens.
Hinter der Hochschule liegen das Alfred Wegener Institut für Polarforschung
und etwas weiter das Deutsche Schifffahrtsmuseum. Jetzt ist vor Dir die
alte Geestebrücke, und wenn Du da durch bist......
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...schwimmt dahinter gleich der Anleger-Ponton
des Kanu Verein Unterweser. Du bist bei Niedrigwasser da. 5 Meter Kaimauer
über Dir. Eine Treppe in der Mauer endet auf halber Höhe, der
untere Absatz ist völlig verschlickt. (Wir können machen, was
wir wollen, spätestens 3 Tage nach einer Reinigung ist das da wieder
voll mit Schlick. Aber wenn der Anleger bei Niedrigwasser völlig unten
ist, musst Du sowieso die Eisenleiter nehmen.
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Mancher
hat sich gefragt, wie er sein Boot da rauf bekommt, wenn er alleine unten
angekommen ist. Du hast 2 Möglichkeiten:
Entweder einer unserer Vereinskameraden ist da
und gibt das Ladegeschirr raus, dann gibt es den letzten Trimm-dich-Akt: Kurbeln .
Oder Du hast Zeit. Dann lass das Boot liegen,
nach 6 Stunden ist es von selbst oben.
Hast Kinder dabei, gib acht, die Kaimauer ist
im Bereich des Krans ungesichert. Aber das ist es eben: wir sind der Verein
mit dem kuriosesten Anleger.
Übrigens: in den Jahren vor 1998 war es
bei uns etwas chaotisch: Anleger marode, Bootshaus am Einstürzen.
Jetzt ist alles anders. Bootshaus saniert, Anleger
neu, Eingang zum Gelände ganz neu.
Also, man kann wieder vorbeikommen.
Übrigens, der Hauptbahnhof ist nicht weit.
Man kann mit dem Bootswagen hinrollern. (Tipp für ökologische
Weserpaddler) Parkplätze sind nämlich rar und auf dem Vereinsgelände
selbst nicht vorhanden. Aber 10 Minuten Fußweg zum Schifffahrtsmuseum,
1 Minute Fußweg zum Morgensternmuseum, ein historisches Museum zu
Werft, Schifffahrt und Fischerei in Bremerhafen, das durchaus auch sehr
sehenswert ist - gleich gegenüber vom Verein. Zum Zelten haben wir
eine kleine Wiese - Toilette und Dusche sind ebenfalls da. Und zum Einkaufen
ist alles in der Nähe. Also - paddelt mal vorbei.....
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