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Unterweser - Fahranleitung
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| Bremerhavens Panorama - die Havenwelten, das
neue Zentrum - so sieht man es, kommt man von Bremen angepaddelt. Und in
der Ferne staffeln sich die Containerbrücken, die den Beginn der
Außenweser säumen. Von Nordenham bis nördlich des Containerterminals
befindet sich eine der größten Herausforderungen deutscher
Seekajakreviere: starke Strömungen, sehr bewegtes Wasser besonders bei
Wind gegen Strom und Wildwasser-taugliche "Eddies" - bald
fußballfeldgroße Wirbel, wie man sie sonst nur in Canyons kennt - die
künstlichen Einbauten zur Haltung der Fahrwassertiefe und der nicht
enden wollende Strom der "Großen Pötte" - riesige Autotransporter und die größten Containerschiffe der Welt - erfordern
höchste Konzentration und Sattelfestigkeit im Kajak oder OC. |
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Auf dem Weg zum KVU
beginnen wir in Bremen - wenn man es beschaulich und schön haben will,
beginnt man auf der Lesum. Guter Startpunkt ist TURA in Lesum. Nicht
weit vom Bahnhof Burg - kann man einerseits den Wagen gut zurückholen,
kann man mit dem Faltboot relativ schnell zum Fluss kommen und auch zum
Parken des Wagens ist Platz.
Doch: Man kommt von Bremerhaven in einer Tide nach Bremen
Lesum, aber man kommt nicht von Lesum (TURA) in einer Tide nach
Bremerhaven... außer man strengt sich sehr sehr an.
Warum?
Flussaufwärts verlängert sich die Flut virtuell, da man mit der Welle
mitschwimmt und das Hochwasser gegenüber Bremerhaven in Lesum ca.
2 Stunden später eintrifft. Man hat also locker 9h Zeit, wenn man in
Bremerhaven 30 min vor Niedrigwasser startet und in Bremen-Lesum ca. 30
min nach Hochwasser ankommt.
Macht man es andersrum, fehlen einem 4 Stunden! - realistisch ist
nicht mehr als Harriersand oder ev. Strohausen drin. |
| Die Lesum ist ein
Fluss gesäumt von edlen Villen am hohen Ufer und von einer unendlichen
Kette von Pontons an denen Bremens Freizeitflotte vertäut ist - Motor-
und Segelboote aller Größen. Nicht unbedingt eine Zier für den
ansonsten in einer schönen Parklandschaft verlaufenden Fluss, der
Grünen
Lunge Bremen-Nords. Außer TURA ist noch in Grohn ein Wassersportverein
mit Kanuabteilung und Anleger (WV Grohn, nahe dem Vegesacker
Ruderverein)
Abgeschlossen wird dieser endlose Seglerhafen durch das Lesumsperrwerk,
letztes Querbauwerk bis zur Nordsee. Kurz vor der Mündung liegt seit
einigen Jahren das Segelschulschiff Deutschland an der Grenze der
Ortsteile Grohn und Vegesack. Auch hier ist ein Bahnhof in nächster
Nähe - der Vegesacker Bahnhof. Allerdings ist es wohl nicht ratsam, an
der Vegesacker Fährrampe anzulegen, es herrscht sehr dichter
Fährverkehr. Wie weit man über die Anleger im Vegesacker Hafen per
Kanu zu- und aussteigen kann, muss man prüfen, der Hafen ist häufig
dicht belegt und er hat nirgendwo einen Slip - alles Spundwände.
Ab hier ist bis hinter Blumenthal das Ufer völlig verbaut und eine
Werft oder Hafenanlage grenzt an die nächste. In Lemwerder, also auf
der linken Weserseite befindet sich alsbald eine manchmal glitschige
Betonrampe - hier haben die DJK-Wasserwanderer ihr Domizil. Der linken
Uferseite sollten wir hier sowieso den Vorzug geben. |
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Bekannt sind
die Lemwerderaner Kanuten vor
allem mit dem Stedinger
Rundkurs (jährlich im DKV-Programm ausgeschrieben) über Weser,
Hunte, Motzener Kanal und Ollen. Ollen und Motzener Kanal sind strömungslos.
Das Wehr an der Camper Brücke über die Ollen in Berne ist meist
geschlossen (umtragen).
Abeking & Rassmussen, Lürssen Werft, ehemaliger Vulkan, Fassmer
Werft, Rolandwerft, Hegemannwerft... Baumwollkämmerei, noch immer sind die Ufer
geprägt von Industrie, vergangener und florierender. Großwerften im
Niedergang, Mega-Yachtwerften in Blüte, Windkraftindustrie im Aufwind,
Flugzeugindustrie im Abzug.
Diese Strecke ist nicht unbedingt die Traumstrecke für Kanuten.
Spundwände. Kainlagen. Enges Flussbett. Sicher:seit die Häfen in
Bremen Stadt kaum mehr ein Schiff sehen, auch die Neustädter Häfen
recht leer bleiben, besteht der Schiffsverkehr zumeist aus Lastkähnen,
Kümos und Sportbooten. Ab und an kommt auch die Oceana vorbei, der alte
Schreiber-Dampfer auf dem Weg von und nach Bremerhaven.
Weiter .. nach der Fähre Motzen - Blumenthal beginnt auf der
Oldenburger Seite die Idylle. Altwasser, Auwald und Gebüsch im Tidebereich, Sandstrände - Pausenplätze. Wenn wir von Bremerhaven
heraufpaddeln und uns bis dahin kaum eine Pause gegönnt haben - hier
findet man immer ein lauschiges Pausenplätzchen. |
| Gegenüber
befindet sich Bremens "Nordsee-nächster" aktiver Kanuverein,
die Rönnebecker Kanuten des KCR. Schönes Gelände am Geesthang
Blumenthals, aber nicht unbedingt eine bequeme Möglichkeit, in die Weser
zu kommen besonders bei Niedrigwasser.
Bald kommt die Fähre Farge Berne, deutlich sichtbar, die
Kraftwerksanlagen und die Hohen Freileitungstürme. Auch hier gibt es in
der Nähe wieder einen Bahnhof, seit kurzer Zeit ist die Frage-Vegesacker
Eisenbahn wieder im Passagiergeschäft, und bald werden sogar
durchgehende Triebwagen bis zum Hauptbahnhof Bremen fahren, also braucht
man von Bremerhaven nach Farge nur einmal in Burg umsteigen. Bisher
allerdings muss man auch in Vegesack den Zug wechseln - doch der steht
abfahrbereit da, wenn der Zug aus Bremen kommt.
Am Fähranleger in Motzen liegt ein bei Bremer Paddlern beliebter
Campingplatz - der auf der Julius Plate. Highlight ist sicher das Bremer
Herbsttreffen auf der Julius Plate, ein recht erfolgreiches
überregionales Treffen, bei dem das Kennenlernen der Unterweser sicher
auch ein Hauptpunkt ist. Den Zeltplatz zeichnet aus, dass er einerseits
Strandzugang zur Weser hat, verkehrsgünstig an der Fähre liegt und das
ein Hotel mit Gaststätte und Weserterasse benachbart. Was für Salonpaddler. |
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Bunker Vallentin in Farge - dunkles Kapitel und monströses Überbleibsel des letzten Weltkrieges.
Er liegt auf der rechten Uferseite an der Stadtgrenze / Landesgrenze
Bremens. Ab hier beginnt der liebliche Teil der Unterweser auch auf der
Ostseite. Der alte Werfthafen des Bunkers hat mittlerweile einen Strand,
der bei Hochwasser einen guten Startpunkt bildet.
Hier im ehemaligen Werfthafen (der Bunker Valentin war ja Ubootwerft
in der Nazizeit) tummeln sich heute ab und an Seehunde, selbst ein
Schweinswal wurde angeblich hier schon gesehen.
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| Zufahrt bis zum Deich am Bunker ist im Prinzip für Fahrzeuge
gesperrt, (Einfahrt verboten, Anlieger frei), Nur die Nutzer eines
Campingplatzes dürfen den Weg legal befahren. Will man dort einsetzen, muss
man mit einem Bootswagen am Bunker entlang rollen, vor dem Bunker
ist eine Möglichkeit, den Wagen abzustellen. Da die Bundeswehr nun ihr
Lager im Bunker aufgegeben hat, ist abzuwarten, wie sich die
Zufahrtsituation entwickelt - hoffentlich nicht noch negativer.
Von der Julius Plate
oder dem Bunker Valentin kann man in einer Tide nach Bremerhaven
kommen. Das geht recht bequem und es bleibt Zeit für einen Stop mit
Pause auf Strohausen. Man sollte etwas vor Hochwasser starten (bis zu
einer Stunde vor dem Kippen der Tide). Dann bleibt mehr Ruhe. In dieser
letzten Stunde ist die Strömung nicht mehr besonders groß, so dass man
schon Strecke machen kann.
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Hier kommt die
Hunte-Mündung mit ihrem Sperrwerk - weithin sichtbar durch die meist
aufgeklappten Brückenteile. Die Hunte ist bis Oldenburg Tidengewässer
und Schifffahrtsstrasse. Es sind nicht die besonders großen Schiffe, die
bis Oldenburg fahren. Das Gewässer ist ja nicht besonders breit. Und
tief. Aber die Tideströmung ist auch hier nicht zu verachten - es
lohnt sich, den Gezeitenkalender für die Fahrtenplanung auf der Hunte
bis Oldenburg zu Rate zu ziehen.
An der Mündung der Hunte befindet sich ein großer Yachthafen. Um
zur Stadt Elsfleth zu kommen, muss man die Hunte einige Kilometer hinauffahren. Hier in der nähe mundet auch der rechte Seitenarm der
Weser, der die Insel Harriersand vom Festland trennt. Auf der Oldenburger Seite befinden sich ebenfalls einige Verbindungsgewässer,
die ursprünglich den Elsflether Sand abtrennten. diese sind allerdings
nicht mehr durchgängig befahrbar.
Man kann bei entsprechendem Wasserstand auch die Nebenarme der Weser
befahren, zu Beispiel einen kleinen Abstecher in den Seitenarm nach
Warfleth, an dessen Ende sich die Kirche von Warfleth befindet oder man
umrundet den unteren Teil des Elsflether Sandes.
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| Nicht besonders
schöne Skyline des Hafens von Brake, der sich auch immer weiter
ausbreitet. |
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Einer der
Leuchttürme auf Harriersand |
| Die Stadt Brake am
Weserufer. |
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Einer der letzten
Fischkutter in der Unterweser. |
| Guntsiet -
Personenfähre von Brake Stadtmitte zum Harriersand - hier ist auch ein
Zeltplatz am Strand, Ziel Bremer Paddler
Tourtipp nebenbei: Mann kann vom Bunker Valentin oder von der Julius
Plate auch einen Rundkurs um den Harriersand machen, dann empfiehlt es
sich, erst durch den zum Teil sehr schmalen und bei Ebbe bald
trockenfallenden rechten Seitenarm zu paddeln. Man Kann diese Tour auch
erweitern zur Unterweser-8, dann setzt man das mit dem linken Seitenarm
der Weser hinter der Strohauser Plate fort. Die Bremer empfehlen hier
einerseits den Zeltplatz Harriersand bei der Personenfähre
Brake-Harriersand, aber man kann auch den Biwakplatz auf der Strohauser
Plate nutzen sollte man eine mehrtägige Tour planen. Von
Bremerhaven aus ist die Unterweser-8 sogar besser zu machen, denn die
Südspitze des Harriersand erreicht man dann bei absolutem Hochwasser,
auf welchem weg auch immer. Hier fährt man vom KVU aus entweder mit dem
Weserhauptstrom bis ans Südende des Harriersandes und wartet dort das
Kippen der Tide ab, um dann durch die Seitenarme zurück zu paddeln, oder
man nimmt erst die Nebenströme. Ist man zu früh gestartet, kann man
auch auf der Strohauser Plate bei den Bauernhöfen am Biwakplatz
pausieren, sollte aber die Restzeit bis zum Harriersand Südzipfel gut
einschätzen. |
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Fähre Sandstedt -
Brake.
Eigentlich sollte es diese Fähre schon nicht mehr geben. Doch ein
Fährschiff ist übrig geblieben, nachdem der Dedesdorfer Tunnel in
Verkehr ging und pendelt nach Bedarf. Man kann auf beiden Seiten - wegen
der Fährzufahrt - mit dem Auto an die Weser. und hier an den Sandufern
ins Wasser, Ob man die Fährrampe nutzt, ist bei der geringen
Fährfahrfrequenz ne mögliche Frage - legal ist es nicht. Man käme
jedoch bei niedrigen Wasserständen ohne Schlickkontakt ins Wasser oder
aus ihm heraus.
Ob noch Würstchenbuden als Pausenbelustigung vorhanden sind... eher
nicht, allerdings die legendäre Fährwurst gibt es auf der Fähre noch
- man sagt, manche fahren nur deswegen mit der Fähre.
Bald nach dem Fähranleger auf der Braker Seite zweigt etwas
unscheinbar die Schweiburg, der linke Nebenarm, ab. Dieser Arm fällt
nicht trocken, so dass man hier immer um die Strohauser Plate hinten
herum fahren kann. Bitte hier die Naturschutzverordnung
beachten.
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| Die Bauernhäuser
auf der Strohauser Plate - hier am nördlichen Punkt der Gehöfte
befindet sich am Ufer der Biwakplatz für Kanuten. Insgesamt ist die
Plate Vogelschutz- und
Naturschutzgebiet. Der Strand der Insel ist
allerdings nicht mehr Teil des Schutzgebiets - unterhalb der mittleren
Hochwasserlinie verläuft die Grenze.
Lange Jahre war auf der Strohauser Plate ein Campingparadies der
Wassersportler, besonders der Kanuten aus Bremerhaven, Nordenham und
Elsfleth - alle hatten Vereinsbiwakplätze im Norden der Insel. Mitte
der 80ger Jahre wollte Niedersachsen erstmals seine
Schutzgebietsflächen ausweiten und machte die Strohauser Plate zum
Landschaftsschutzgebiet. Alle Campingplätze wurden geschlossen. Auch
unsere Biwakplätze mussten geräumt werden - tiefe Trauer hatten viele
Mitglieder, denn so mancher Jugendliche hatte dort in seinen prägenden
Jahre das naturnahe Paddeln und Zelten kennen gelernt.
Gerade das Argument natur-orientierte Sporterziehung hat seinerzeit
dazu geführt, dass zumindest für Jugendfahrten eine Biwakmöglichkeit
bei den Bauernhöfen geschaffen wurde. Als der ursprüngliche
Landschaftsschutzgebietsstatus 2007 in ein Natur- &
Vogelschutzgebietsstatus umgewandelt wurde, gelang es, den Biwakplatz
für Kanuten allgemein zu erhalten und in der Verordnung zu
manifestieren.
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Der Strand vor
unserem früheren Zeltplatz auf der Strohauser Plate. Oben in der
Vegetationszone, dort wo wir bis in die 80ger zelteten, ist Betreten nun
verboten. Unten am Strand kann man noch mal das Gefühl wie in alten
Zeiten verspüren...
Früher: wenn man von Bremerhaven oder Nordenham auf die Strohauser
Plate zu fuhr, sah man zuerst die Bake auf der Nordspitze und bald drauf
eine markante Baumreihe höherer Laubbäume, die den bereich der alten
Biwak-Plätze markierte - nördlich davon der Nordenhammer Platz,
südlich davon waren WV Frohe Fahrt, KVU und die Elsflether Kanuten auf
eng benachbarten Flächen zu Hause.
Heute ist dieser Bereich verwildert. Uferabbrüche sind ebenfalls
merkbar - andererseits wird immer wieder Sand aufgespült, der beim
Baggern der Fahrrinne anfällt.
Kommt man von Bremen, erreicht man die Plate meist schon bei recht
niedrigem Wasserstand. Der Sandstrand ist dann schon von einem
vorgelagerten Schlickgürtel vom Wasser getrennt. Nur im Bereich der
Buhnen geht der Sand noch weiter herunter. Macht man jetzt noch Pause,
bleiben einem "Schlickfüße" nicht erspart.
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| Bei
Rechtenfleth sieht man das neue Dreptesperrwerk. Die Drepte ist ein Nebenfluss, der aus der Wulsbutteler Gegend der Geest entspringt und
durch Hagen als Wiesenfluss Richtung Weser fließt. Er ist bepaddelbar,
wird aber selten genutzt. über die Ausstiegsituation für die Drepte am
neuen Schöpwerk ist noch nix bekannt. Zur Weser hin existiert durch das
Schilf ein schmaler Fußpfad mit kleinem Sandstrand - in letzter Zeit
allerdings von Anglern so besetzt, dass für Paddler kaum Zustiegsmöglichkeit.
Das Atomkraftwerk in
Esensham ist irgendwie ein Fremdkörper und man verspürt doch irgendwie
ein unheimliches Gefühl... Noch ein HighTech-Bauwerk befindet sich in
der Nähe, vom Wasser aus sieht man es nicht, aber man überfährt es:
den Wesertunnel.
Und hier ist auch das Schöpfwerk und Siel der neuen Lune an der
rechten Uferseite. DIe Lune wäre von hier aus bepaddelbar, auf der
Binnenseite ist allerdings der Zugang zum Fluss mehr oder weniger
abgezäunt. Ansonsten kann man von hier aus bis zum Bremerhavener Fischereihafen paddeln, theoretisch beim Kanuclub Bremerhaven wieder in
die Unterweser einsetzen (aber nut bei Hochwasser)
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Seit vielen Jahren
prägen diese Türme der Radarleitkette die Unterweser von Bremerhaven
bis Farge.
Bis hier fährt der KVU-Paddler vom Verein an der Geeste auf der
rechten - Bremerhavener - Uferseite und wechselt dann bis zur Strohauser
Plate und weiter meist auf die linke, Oldenburger Seite. Für die
Strecke bis Bremerhaven ist das klar, auf der anderen - Nordenhamer -
Seite ist kein Platz für Paddler, das Fahrwasser reicht bis an die
Kaimauern der Hafenanlagen heran. Rechtsfahrgebot hin oder her, an der
Luneplate entlang geht es außerhalb des Fahrwassers, und der Weg ist
kürzer. Setzt man auf die Tideströmung, fährt man Nahe dem
Tonnenstrich entlang aber immer weit außerhalb.
Interessant ist hier wie das Fahrwasser im Fluss mäandert. Gerade
auf der folgenden Strecke machen die Mäander weite Ausschläge. Für
uns Paddler bedeutet das, dass wir etwas aufpassen müssen, von der
Strömung nicht plötzlich ins Fahrwasser versetzt zu werden. Es ist
nicht ratsam, plötzlich einem der großen Pötte vor den Bug zu
laufen.
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| Die
Dedesdorfer Fähre ist seit der Fertigstellung des Wesertunnels
Vergangenheit. Die Fährrampe kann immer noch als Startpunkt herhalten.
Eine Zufahrt führt jetzt über den Deich, das alte Deichschart ist
dicht. Damit sind auch die Würstchenbuden verschwunden, die in den
60ger, 70ger und 80ger Jahren beliebtes Ziel für die schnelle
Nachmittagsfahrt KVU - Dedesdorf Strand waren. Die Dedesdorfer Wurst war
häufig ein Grund, zumindest ein vorgeschobener, sich dort zur Wurst zu
treffen. Heute ist nur noch das Lokal auf Stelzen im Vordeich aktiv -
Aal und Fischgerichte. Der Strand ist immer noch da und nun weniger
frequentiert als zu der Zeit als dort noch ein Außendeich-Campingplatz existierte. Auch dieser
musste in den 80gern weichen.
Nun folgt auf der rechten Flussseite die Luneplate. In den 60ger und
70ger Jahren galt, dass die Wiesen Blei-verseucht, schwefelverdreckt,
die Milch der Kühe ungenießbar ist - die Bleihütte und andere
Umweltverseuchende Industrie in Nordenham hatte einen sehr
schlechten Ruf, die Luneplate ebenso. Heute ist die Luneplate
Ausgleichsfläche für das Containerterminal in Bremerhaven, die
Vordeichsflächen geschützt. In die Entwässerungsarme darf man daher
nicht mehr einfahren - schade, viele Wasservögel kann man da
beobachten. Auch die Außendeichshöfe auf ihren Wurten sind abgebrochen
worden - da hat Naturschutz erlebbare Geschichte kaputt gemacht. Wo kann
man Wurten noch in Funktion sehen außer auf Halligen.
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Hier
beginnt Nordenham - am Strand liegt das Bootshaus des Nordenhamer WSV,
Startpunkt der Tidenrallye, dann folgen Ruderclub, Jugendherberge
Strandbad. Die folgende Strecke wird auf der Tidenrallye nicht
gepaddelt. Sie ist besonders bei ablaufendem Wasser und Wind häufig
unangenehm mit kurzen Wellen auf einer recht breiten Wasserfläche. Man
paddelt man auf der
Weser an Nordenham vorbei. Das Fahrwasser schwenkt nun vollständig auf
das linke Ufer und fließt unmittelbar an den Kaianlagen entlang. Bis
Blexen ist dies Ufer von Industrie gesäumt, Erz- und Kohleumschlag,
Kabelwerke, Dünger, Titanoxid, Flugzeugteile... Unvermittelt steht im
Fluss ein Dalben, der Duckdalben, er gehört
der Lloydwerft in Bremerhaven. Bald danach kann man bei Niedrigwasser
die Reste eines alten Lloyd-Dampfers - der alten Bremen .... . Dieses Schiff
wurde am Ende des 2. Weltkrieges hier auf Grund gesetzt. Durch Priggen
und Wracktonnen werden die Überreste markiert. Für ein Faltboot kann
das Wrack bei entsprechendem Wasserstand zum Killer werden.
Links passiert man dann den
Fähranleger Blexen - Wie erwähnt - hier sollte man auf der rechten
Fahrwasserseite weit außerhalb des Tonnenstrichs bleiben - man achte
auch auf die gelben
Tonnen von der Blexen Reede, hier liegen häufig Schiffe vor Anker.
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| Vor dem
Paddler breitet sich
nun die Wasserfront von Bremerhaven aus. Der "Radarturm", der
die Empfangsanlagen der Richtfunkstrecken zu der Radarkette in der Außenweser
trägt, ist Orientierungspunkt. Und auch das neue Atlantik-Hotel der
Havenwelten. Etwas davor sieht man den roten
und den grünen "Leuchtturm" auf den Molen der Geestemündung. Zum
KVU muss man diese Einfahrt treffen. Weit draußen kann man die
Columbuskaje (hier kam Elvis zum ersten mal nach Deutschland) und
dahinter das Containerterminal mit seiner immer länger werdenden
Stromkaje sehen.
Jetzt erfordert der Strom Aufmerksamkeit und volle Konzentration. Der Strom macht eine große Biegung.
Besonders muss man auf
schnelle Fahrzeuge wie das Lotsenversetzboot achten. Auch die Fähre von Blexen
nach Bremerhaven, die Boote von Zoll und Wasserschutz, sowie Schlepper
und natürlich Motorboote laufen hier oft quer zum Fahrwasser.
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Achtung: in diesem Bereich ist die Weser je nach
Wasserstand und Strömungsrichtung (Ebbe oder Flut) immer anders und häufig
tückisch: Presswasser und unangenehme kurze hohe Wellen, Kreuzseen,
und wenn dann noch mit voller Fahrt ein Schlepper oder der Lotse kommt,
dann halt Dich fest.... - Kentergefahr, Du wärst nicht der erste.
Bedenke: Du bist auf einem extrem vom Menschen umgebauten Großgewässer
- er hat einen seichten Fluss auf 11 bis 14m Wassertiefe ausgebaggert und
innerhalb von 6 Stunden fällt der Wasserstand um 3,75 Metern oder er
steigt innerhalb der nächsten 6 Stunden um die gleiche Höhe wieder -
unterschätze nicht die Macht des Wassers und des Windes, der Dich nun
direkt aus seiner bevorzugten Richtung trifft: Nordwest.
Der Strom, der auf die Geestemündung zuschiebt und daran vorbei, hat
schon manchen Fischdampfer und manch anderes Schiff in die Moleköpfe
gedrückt; bei mittlerer Tide zieht eine oft unterschätzte Strömung
und verursacht hier komplexe Verschneidungen. Es ist eine typische
Prallhangsituation, nur die Dimensionen sind größer als in alpinen
Flüssen, auch wenn unsere Ufer sehr flach sind. Selbst Motorbootfahrer
haben Respekt vor dieser Kurve
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Mann
kommt jetzt mit
der vollen Tideströmung des ablaufenden Wassers an den Molenköpfen der
Geestemündung an. Man nimmt die hohe Strömungsgeschwindigkeit
unmittelbar wahr. Es ist empfehlenswert, jetzt dicht am Bremerhavener Ufer
entlang zu paddeln. Man sei auch äußerst
vorsichtig, denn von den vorbeifahrenden großen Schiffen ist man
praktisch nicht wahrnehmbar und keiner achtet
auf einen Paddler. Für die ist man einfach nicht da. Und die, die aus der Einmündung
kommen, also aus dem Geeste-Vorhafen, haben gar keine Chance, auf die
schnelle einen winzigen Paddler
auszumachen. Rauscht da gerade das Lotsenboot aus der Mündung,
das ist der Gau der Schiffsbegegnungen, der denkt immer, er ist allein.
Tuuuut und Du musst weg sein.
Geschafft, man ist nahe am Fähranleger der Weserfähre in der
Geestemündung. Jetzt wird es ruhiger. Denkste. Plötzlich beginnt
die Fähre am Anleger an zu blubbern. Das Geräusch der Motoren der Fähre
ist einmalig (Schade: seit 1999 gibt es neue Schiffe, der Sound hat sich grundlegend
ändern, das alte so markante Geräusch des charakteristischen Diesels
ist nicht mehr). Jetzt aufgepasst: die Fähre legt ab und kommt direkt auf
einen zu. Man bleibt rechts; aber achte darauf, was im Schleusenvorhafen von der
Fischereihafendoppelschleuse abläuft. Wenn die Tore aufgehen, kann es
ganz schön busy werden - auch ein Pulk Segler ist dann wie eine Bedrohung. |
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Ist man am Fähranleger vorbei, dann ist der meiste Stress vorbei.
Nun ist überwiegend noch mäßiger Sportbootverkehr. Doch jetzt kommt
die Strömung von vorn. Es geht ganz schön zäh voran. Zäher wird es
noch unter der Kennedy-Brücke des Sturmflutsperrwerkes, das
Bremerhaven 1962 vor dem Absaufen bei der großen Sturmflut gerettet hat
- es war gerade fertig geworden.
Dann kommt rechts das Morgensternmuseum und die Gästeanleger für
Motorboote, links sind die Gebäude der Hochschule Bremerhaven und die
Grachtenhäuser, davor die Reste des alten Wenke-Docks zu sehen,
Rudimente aus der Gründungszeit Bremerhavens. Hinter der Hochschule
liegen das Alfred Wegener Institut für Polarforschung und etwas weiter
das Deutsche Schifffahrtsmuseum.
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Der KVU ist nicht
mehr fern. Die alte Geestebrücke markiert das Ende der Fahrt bis zum
KVU. Wenn man da durch ist, schwimmt dahinter gleich der Anleger-Ponton
des Kanu Verein Unterweser. Da hat man bei Niedrigwasser locker 5 Meter
Kaimauer über sich. Eine Treppe in der Mauer endet auf halber Höhe, der
untere Absatz ist völlig verschlickt. Wir können machen, was wir
wollen, spätestens 3 Tage nach einer Reinigung ist das da wieder voll
mit Schlick. Aber wenn der Anleger bei Niedrigwasser völlig unten ist,
muss man sowieso die Eisenleiter nehmen. Vorsicht ... leider ist
Salzwasser aggressiv selbst gegen verzinktem Stahl - immer wieder rosten
die unteren Stufen durch und wir sind nicht in der Lage, immer umgehend
gleich alles wieder völlig in Stand zu setzen (uns bezahlt ja
keiner).
Gefällt einem die Situation nicht, ist entweder vor der Brücke der
Steg für die Motorbootfahrer (Bremerhavens Gästeanleger) eine Option,
allerdings meist belegt, oder aber ein paar hundert Meter
Geeste-aufwärts in der nächsten Biegung liegt der WV "Frohe
Fahrt", quasi unser Schwesterverein, dessen Schwimmsteg ist mit
einer Brücke zum Land verbunden, da versperrt allerdings eventuell ein
Tor den Zu- oder Ausgang.
Draußen an der Weser unmittelbar hinter der Nordmole der
Geestemündung ist Bremerhavens Stadtstrand, das nördliche Ende ist
frei zugänglich, aber da ist bei Niedrigwasser auch mächtig Schlick
davor. |
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Mancher hat sich gefragt, wie er sein Boot da
rauf bekommt, wenn er alleine unten angekommen ist. Man hat 2 Möglichkeiten: Entweder
einer unserer Vereinskameraden ist da und gibt das Ladegeschirr raus,
dann gibt es den letzten Trimm-dich-Akt: Kurbeln. Oder man hat Zeit.
Dann lässt man das Boot liegen, nach 6 Stunden ist es von selbst oben.
Hat man Kinder dabei, Achtung, die Kaimauer ist im Bereich des Krans
ungesichert. Aber das ist es eben: wir sind der Verein mit dem
kuriosesten Anleger. Übrigens: in den Jahren vor 1998 war es bei
uns etwas chaotisch: Anleger marode, Bootshaus am Einstürzen. Dann
war alles anders. Bootshaus saniert, Anleger neu, Eingang zum Gelände neu. Also, man
konnte wieder vorbeikommen. Inzwischen hat der Zahn der Zeit
wieder mächtig genagt - alte Wunden zeigen sich wieder neu: der KVU
steht auf Bremerhavens ältester Kaimauer... |
| Übrigens,
der Hauptbahnhof ist nicht weit. Man kann mit dem Bootswagen hinrollern.
(Tipp für ökologische Weserpaddler) Parkplätze sind rar und
auf dem Vereinsgelände selbst nicht vorhanden. Aber 10 Minuten Fußweg
zum Schifffahrtsmuseum, Zoo am Meer, Havenwelten, Klimahaus und
Auswanderermuseum, 1 Minute Fußweg zum Morgensternmuseum,
historisches Museum zu Werft, Schifffahrt und Fischerei in Bremerhafen, sehr sehenswert
+ gegenüber vom Verein. Zum Zelten haben wir eine kleine Wiese - Toilette und Dusche sind
ebenfalls da. Und zum Einkaufen ist alles in der Nähe. Also - paddelt
mal vorbei..... |
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