|
Küste: Schwedens Salzwasserküste
Tausend Inseln und zwei Kajaks
von Ursel und Jürgen Stecher (Olching bei München, 2 ehemalige des KVU)
In den herbstlich gefärbten Bergen Jotunheimens steht ein einsames Auto mit zwei
Seekajaks auf dem Dach. Zwei Wanderer mit schweren Rucksäcken kommen von einem
Graupelschauer getrieben zu ihrem Gefährt zurück. Eigentlich soll es jetzt an die
Westküste Norwegens gehen, um dort mit den Kajaks den weiteren Urlaub auf dem Wasser zu
verbringen. Ob dass das Wetter zulässt?
Beim Kaufmann im nächsten Ort zeigt die Wetterkarte in der Zeitung ein
großes Tiefdruckgebiet an Norwegens Küste. Über dem südlichen Schweden dagegen liegt
ein großes Hoch. Jetzt wird telefoniert. Die Tochter zu Hause soll im Internet die 7-Tage
Vorhersage für Göteborg erkunden. Kurz darauf klingelt das Telefon und per SMS kommt die
Vorhersage über 7 Tage Sonne und Südwind in Bohuslän.
Jetzt ist klar, wohin das Auto mit den Seekajaks fährt.
Ortswechsel
Bereits am späten Abend stehen wir im Schärengebiet bei Hamburgsund
in der strahlenden Abendsonne. Wir strahlen auch. Einmal wegen des guten Wetters und zum
anderen wegen der fetten Makrele, die an Jürgens Angel hängt. So ist doch gleich für
ein zünftiges Abendessen gesorgt. Während der Angler den Fisch zubereitet, richtet Ursel
schon den kleinen Räucherofen her und bald zieht eine angenehme Duftmischung von Rauch
und Fisch in die Nasen die hungrig macht. Es dauert noch etwas aber dann sitzen wir oben
auf einer der kahlen Klippen, verzehren den leckeren Fisch und schauen dem Sonnenuntergang
über dem Inselgewirr zu. Die Sonne versinkt am Horizont und lässt ihr Rot in ein helles
Blau fließen. Noch lange zeigt sich ein Farbspektakel nach himmlischer Choreografie.
Der Einkauf am nächsten Morgen wird mit einem Bummel durch den kleinen Hafen Hamburgsund
verbunden. Das Fahrwasser ist auf beiden Seiten von den rot gestrichenen Fischerhäuschen
gesäumt. An den Stegen liegen wunder-schöne Fischerboote in traditioneller Holzbauweise
vertäut und überall hängen Netze, die von Wind und Sonne getrocknet werden. Die
Fangsaison für Hummer beginnt nächste Woche und so sind die Fischer dabei, sich darauf
vorzubereiten. Auf den Stegen ist ein wildes Gewirr von Fangkörben und Markierungsleinen
zu sehen.
Doch genug betrachtet, Schwedens Salzwasserküste lockt, sie soll per
Boot und Zelt erkundet werden. Tausend Inseln, feinsandige Strände, Klippen, kleine
Häfen, Fischerdörfer, Fischerboote, Seevögel und Robben erwarten uns. Über eine
Graskante rutschen die schwer bepackten Seekajaks in ihr Element. Da die nächsten Tage
ein frischer Wind aus Südwest wehen soll, geht der Hauptkurs unserer Tour nach Norden.
Zuerst geben die Inseln noch Windschutz, aber als wir weiter in die
flachen Außenschären hinaus kommen, macht sich der starke Wind bemerkbar. Er schiebt uns
zusammen mit den schräg von hinten anlaufenden Wellen kräftig voran und lässt die Boote
tanzen.
Robben
voraus
Ursel deutet mit ihrem Paddel voraus auf eine Gruppe kleiner Klippen.
Dort liegen einige Robben auf den nur wenige Zentimeter aus dem Wasser ragenden Felsen.
Langsam und im Sichtschutz eines Felsriegels lassen wir uns heran treiben. Die Boote
finden einen ruhigen Platz in einer schmalen und flachen Rinne. Mit langem Hals können
die Tiere ohne Störung beobachtet werden. Es gelingt sogar, dass Teleobjektiv aus der
hinteren Luke zu holen und ein paar Fotos zu machen.
Doch irgendwie ist da plötzlich das Gefühl, beobachtet zu werden. Ja
richtig, ein paar Meter weiter rechts schwimmt eine Robbe und schaut interessiert unserem
Treiben zu. Weit heraus streckt sie ihren Körper, um auch alles mitzubekommen.
Fotografiert werden will sie aber nicht. Als die Kamera herumschwenkt, verschwindet sie
langsam rückwärts gleitend unter der Wasseroberfläche. Zurück bleibt nur ein
Wasserkringel.
In der Nähe bietet eine größere Insel mit geschütztem feinen
Sandstrand einen guten Platz für die Mittagspause. Das Wasser ist hier draußen glasklar
und die Sonne wirft die Schatten der Wasserkräuselungen auf den gelben Sandgrund. Eine
Kompassqualle wiegt sich in den Wellen. Ein Blick durch das Fernglas zeigt, dass die
Seehunde immer noch in der Sonne liegen. Nur ab und zu heben sie den Kopf oder gleiten
auch mal ins Wasser.
Muscheln zum Abendessen
Was gibt es denn heute Abend zum Essen? Soll es wieder eine Makrele sein, frage ich. Am
Nachmittag wird die Angel mehrmals ausgeworfen, doch das Anglerglück des Vorabends
wiederholt sich nicht. Dafür gibt es in den Außenschären an ein paar Stellen Felsen,
die über und über mit großen Miesmuscheln bewachsen sind. Da wird reichlich geerntet
und als am Abend an geschützter Stelle das Zelt aufgebaut ist, summt bald darauf der
Kocher und die Muscheln öffnen erschreckt ihre Schalen, als sie mit dem kochenden Wasser
konfrontiert werden. So gut haben uns Muscheln lange nicht geschmeckt.
Das schöne Wetter hält an, als wir am nächsten Morgen starten. Über
der See wölbt sich ein wolkenloser blauer Himmel. Auf der nächsten Insel liegt in einer
Bucht versteckt ein kleiner Fischerhof. In dem typischen Rot leuchten die Gebäude.
Wehende Netze umrahmen das Bild und in den Wellen zerrt ein kleiner Kutter an der
Ankerkette. Höhere Felsen und einige Bäume geben dem Hof Schutz vor dem ständigen Wind.
Auf dem jetzigen Kurs geht es zeitweise in ungeschütztere Gebiete. Die
Wellen haben mehr Anlauf und sind recht steil und hoch. Die Sorglosigkeit des Südwindes
springt auf uns über und schon nutzen wir surfend den sich bietenden Schub der Wellen.
Mit dem Wind im Rücken geht die Post so richtig ab. Rauschend schiebt es uns auf ein
kleines auf einer Klippe stehendes Leuchtfeuer zu. Das muss fotografiert werden. Also,
vorsichtig die Spritzdecke an der Seite auf, Kamera heraus und Regieanweisungen an Ursel.
Klick, das Bild ist im Kasten. Jetzt aber schnell den Apparat wieder wasserfest verstauen.
Das ist auch geschafft. Doch dann rauscht schräg von hinten eine Welle über das Deck und
ein paar Liter Ostsee finden den Weg über die noch teilweise geöffnete Schürze ins
Cockpit.
Begegnung mit Hans
Außer Fischern mit ihren kleinen Kuttern und einzelnen Seglern sind wir alleine auf dem
Wasser. Doch, was ist das? In einiger Entfernung blitzt das Paddel eines Seekajaks in der
Sonne. Die Kurse kreuzen sich und bald treffen wir Hans aus Grebbestad mit seinem
schlanken schwedischen Eski. Er ist Guide bei dem dortigen Kajakcenter und will das gute
Wetter zu einer Tagestour in die Außenschären nutzen. Wollt Ihr mit? Na klar, es ist ja
egal, wohin wir in dem Inselgebiet paddeln und Hans, der die Schären wie seine
Westentasche kennt, wird sicher ein schönes Ziel haben. Er erzählt von seinen
Erlebnissen auf den Touren des Sommers und ist froh, einmal privat und ohne Verantwortung
für eine Gruppe unterwegs zu sein. So landen wir schließlich weit draußen in einer
wunderschönen Sandbucht auf der Insel Längeskar.
Recht
hoch erheben sich ihre Felsen aus dem kristallklaren Wasser des Skagerrak. Beim Wandern
über das Inselchen genießen wir von oben den Blick über die kleine Inselgruppe und weit
hinüber zum Schärengebiet von Norra Väderöarna.
Hans erzählt, dass dort die meisten Inseln unter Naturschutz stehen und nur bei einigen
Fischerhäusern eine Zeltmöglichkeit besteht. Es sind nur 6 Km Überfahrt, doch auf der
Strecke hat der starke südöstliche Wind genug Möglichkeit, Wellenberge aufzubauen.
Draußen sind bereits Schaumkronen zu sehen. Den Besuch der Inseln heben wir uns lieber
für einen nächsten Besuch in dem Gebiet auf. Hans hat noch mehr Tipps über schöne
Plätze auf Lager, die wir in unserer Karte vermerken.
Wir steigen wieder in die Kajaks und der Tag weiß weiter zu gefallen.
Es reizt uns zwischen den vorgelagerten Riffen mit den Wellen zu tanzen. Nachdem wir uns
ausgetobt haben, trennen sich unsere Wege. Hans paddelt heim nach Grebbestad und wir
weiter nordwärts. Es war ein schöner Tag zusammen und wir sind uns einig: Die Schönheit
der schwedischen Salzwasserschären erlebt erst so richtig, wer sie vom Kajak aus
erkundet.
Der Wind treibt uns durch einen Sund direkt auf Havstensund zu. Warum
haben wir jetzt nicht unser Faltboot mit Segel dabei, ruft Ursel herüber. Ja, das wäre
bequem, aber mit quer gelegtem Paddel und breit gemachtem Anorak machen die schlanken
Einer auch ganz schöne Fahrt. Havstensund ist ein Fischerort, wie er im Buche steht.
Wieder das Bild mit den Fischerbooten in traditioneller Holzbauweise und die bunten
Holzhäuser auf beiden Seite des Fahrwassers. Hier gibt es alles, was draußen in der
Schärenwelt zum Leben benötigt wird und das alles aus einer Hand. Ob Schiffsausrüster,
Kramladen, Bootstankstelle oder Kiosk, überall steht der gleiche Name als Inhaber dran.
Eine willkommene Gelegenheit, die Verpflegung zu ergänzen und ein Eis und ein paar
weitere Süßigkeiten dürfen es ruhig auch noch sein, bevor wir wieder in der Weite der
1000 Inseln verschwinden.
Meeresleuchten
Das Zelt steht diese Nacht hoch auf einem Felsen unter einer mächtigen Kiefer. Von
dort haben wir einen weiten Blick über die Inselwelt. Im Erdgeschoss darunter gibt es
Sandstrand, eine Wiese und dahinter einen Wald, der reichlich Holz für ein wärmendes
Feuer liefert. Auf der vorgelagerten Klippe sind einige Seehunde zu Hause. Neugierig wie
sie sind machen sie schon gleich zu Anfang ihren Antrittsbesuch und schauen mal nach dem
Rechten. Bis dicht an den Strand kommen sie heran, um jedoch sofort wieder unter Wasser zu
verschwinden, als ich mit dem Stativ und Teleobjektiv auftauche.
Zu Sonnenuntergang gibt es wieder ein Farbspektakel wie es nur die
Natur zaubern kann. Von Norden ziehen Schwärme von Wildgänse durch das Rot des Himmels
und landen irgendwo hinter der nächsten Insel. Bald knistert bei uns am Strand ein
schönes Feuer und schickt seinen Schein hinüber zu den Seehunden auf der nahen Klippe.
Die sind merkwürdig unruhig und als wir mit dem Fernglas hinüber schauen, sehen wir ein
Leuchten um die Klippen herum, sobald sich die Tiere bewegen. Auch bei uns passiert
Seltsames. Beim Gang über den nassen Strand leuchten die Fußabtritte. Hurra, das ist
Meeresleuchten. Auch die Seehunde sind ganz begeistert. Sie plantschen im Wasser, springen
weit heraus und überall um sie herum leuchtet es. Na, was die können, kann ich auch,
denke ich und schwimme gleich darauf auch Leuchtbahnen hinter mir herziehend durch das
Wasser.
Meeresleuchten ist ein durch Leuchtbakterien und anderen leuchtenden
Kleinstlebewesen (Biolumineszenz) hervorgerufenes nächtliches Aufleuchten kippender
Wellen oder aufgewühlter Stellen und kommt in unseren Breiten recht selten vor. Wir
hatten gleiches bisher nur im Wurster Watt erlebt.
„Wildgänse rauschen durch die Nacht"
Das Lied kam uns in den Sinn, als die Gänse sich malerisch gegen das
Rot des Sonnenuntergangs abhebend ihre Bahn zogen. Wo waren sie wohl gelandet? Das
interessiert uns. Auf der Ostseite der Insel Kalvön
gibt es ein Inselgewirr und viele flache Buchten. Ein ideales Gebiet für die Vögel auf
ihrem herbstlichen Zug nach Süden. Wir wollen die ruhenden Tiere nicht beunruhigen und
schleichen am nächsten Morgen mit den Kajaks im Schutz der Felswände und kleinen Klippen
in das Gebiet und dann sehen wir sie auch schon. Die ganze Bucht vor uns ist voll mit
Graugänsen, die im flachen Wasser nach Nahrung gründeln. Sie stärken sich vor dem
großen Flug in den Süden. Ein tolles Bild, wenn sich kleine Schwärme von ihnen in die
Lüfte erheben oder wenn andere Gruppen landen und schnatternd von den anderen begrüßt
werden. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.
Wir ziehen uns langsam wieder zurück und gehen auf Kurs Nord.
Bei den Hummerfischern
Dabei wird Ausschau nach den Hummerfischern gehalten. Die Schweden an der Westküste
halten sich immer einen Rest ihres Urlaubs für diese Zeit frei. Dann ist die ganze
Familie auf den kleinen Booten unterwegs und wenn sie Erfolg beim Fang haben wird abends
gefeiert. Der Fischer und eine Frau, den wir unterwegs treffen, ist sehr zufrieden mit dem
Fang. Sie ziehen gerade mit Erfolg einen vollen Korb nach oben. Stolz zeigen sie die schon
gefangenen Hummer. Einer soll sogar als Geschenk zu uns hinüber wechseln. Wir lehnen
dankend ab. Auch wenn sie dem Tier starke Gummibänder über die Scheren gestülpt haben,
ist es wohl nicht das richtige einen krabbelnden Hummer im Cockpit zu haben.
Überraschungsbesuch
Irgendwie ist es morgens und abends schon recht feucht und so steht das
Zelt abends zurückgezogen auf einen geschützten Platz in den Innenschären. Dort gibt es
eine Feuerstelle und ein kleines Wäldchen, das reichlich Bruchholz liefert. So sitzen wir
bei Sonnenuntergang am Feuer, trinken einen Tee und lassen das tagsüber Erlebte nochmals
Revue passieren.
Die Ruhe wird durch einen tuckernden Fischkuttermotor gestört und kurz
streift uns auch das Licht eines Scheinwerfers. Was hat denn der vor? Ist das nicht etwas
leichtsinnig, wie der Kutter mit recht hoher Fahrt im Zickzack durch das enge Inselgewirr
fährt?
Erstaunt schauen wir ihm zu, wie der Skipper an der richtigen Stelle das
Boot im eleganten Schwung nach rechts in eine Rinne steuert und Kurs auf ein
Fischergehöft nimmt. Das ist bei der inzwischen stockdunklen Nacht nicht mehr alleine mit
der Ortskenntnis des Fischers zu erklären. Bei dem Kurs durch die Untiefen hat ihm sicher
ein GPS-Gerät geholfen, auf dem seine Route abgespeichert ist.
Herbststimmung
Von Tag zu Tag braucht die Sonne morgens länger, bis sie durch den
Nebel dringt. Das Zelt ist nass und überall glitzern an den Spinnweben die Tautropfen.
Die rot gefärbten Blätter lösen sich von den Bäumen und werden vom Wind durch die Luft
gewirbelt. Der Herbst geht seinem Ende zu. Oben am Himmel ziehen die Kraniche laut
trompetend Richtung Süden. Es wird Zeit, dass auch wir ziehen. Das waren zum
Saisonabschluss noch einmal wunderschöne Tage mit Boot und Zelt, dort wo die Küste
Schwedens am salzigsten ist.
Kurz-Info
Bohuslän
/ Schwedens Salzwasserküste
Das Gebiet besticht durch seine wunderschöne Lage am Skagerrak. Die vielen
kleinen und größeren Felseninseln der westlichen Schärenküste vor den schönen
Stränden des Festlandes liegen in den saubersten und salzhaltigsten Meeresgewässern
Schwedens. Das Küstenbild wird von glatt polierten flachen und auch recht steilen Felsen
und Strandwiesen, geprägt. In dieser Inselwelt liegen malerisch einzelne Fischerhöfe und
kleine Ortschaften verstreut. Das alles macht ist tolles Seekajakrevier. Es ist allerdings
durch seine Lage um einiges anspruchsvoller als die Ostseeschären.
Klima
Durchschnittliche Temperaturen in Grad Celsius
| Monat
|
Mai
|
Juni
|
Juli
|
Aug
|
Sept
|
Okt
|
| Göteborg |
12,8 |
15,8 |
17,5 |
20,0 |
15,8 |
6,7 |
Sein gemäßigtes Klima verdankt Schweden dem Golfstrom.
Trotz der nördlichen Lage können die Sommer in Schweden sehr warm werden und das Wetter
ist in der Regel stabil. An der Westküste ist es selten windstill, was die Temperaturen
kälter erscheinen lässt. Sie können bei wenig Wind und Sonneneinstrahlung auch
wesentlich höher als oben angegeben sein und in den Flachwassergebieten lässt es sich im
Juli und August gut baden.
Anreise
Als Anreiseweg bieten sich verschiedene Möglichkeiten.
Am einfachsten geht es ab Kiel mit der Fähre nach Göteborg und von dort weiter ins
Schärengebiet. Von Rostock, Sassnitz und Travemünde bieten sich Fährüberfahrten nach
Trelleborg im Süden Schwedens. Von dort geht es über die schwedische Autobahn Richtung
Norden. Über die Vogelfluglinie und die Öresund-Brücke besteht ebenfalls die
Möglichkeit, die schwedische Autobahn Richtung Göteborg zu erreichen. In Schweden muss
auch am Tage mit Abblendlicht gefahren werden.
Beste Zeit
Für eine Kajaktour empfiehlt sich, die Zeit zwischen
Juni und September. Im Juli und bis Mitte August sind viele Motorboote und Segler in dem
Gebiet unterwegs und so manche Bucht ist dann nicht mehr so ruhig. In der Vor- und
Nachsaison ist es echt einsam an den Küsten.
Winde im Bereich der schwedischen Westküste
Für eine Küstentour ist es wichtig, über die Wind und
Wellen der Region Bescheid zu wissen. Überwiegend kommen die Winde aus westlicher
Richtung. Bei dieser Windrichtung baut sich besonders in äußeren Schären ein
beachtlicher Wellengang auf. Bei Starkwind ist es jedoch meistens möglich eine Route
entlang in den Innenschären zu wählen. An einigen Stellen muss man jedoch hinaus ins
Freie. Dann bleib nur die Wahl, den Kampf mit Wind und Wellen aufzunehmen oder für kurze
Strecken im inneren den Bootswagen zu nutzen.
Ausflüge
Tage mit stürmischen Westwinden können für Ausflüge
in das Binnenland genutzt werden, wo es auch einiges zu entdecken gibt. Unbedingt ansehen
sollte man sich die weithin bekannten Gebiete mit Felsenritzungen und Hinkelsteinen in der
Tanumshede. Diese sind während der Bronzezeit, als die Ebenen überflutet waren, zustande
gekommen. So sind die Felsenritzungen – in denen mit viel Phantasie auch Kajaks erkannt
werden können – seit 1994 im Verzeichnis über das Weltkulturerbe der UNESCO
aufgenommen. Zu interessanten Stellen für Landausflüge gehören auch die malerischen
Küstenorte und Heidelandschaften im Kynnefjäll-Gebiet, mit einer zusammenhängenden,
fast unberührten Wildnis. Dort wird die Landschaft von großen Wäldern, Heideflächen,
Bergen, Seen und Wasserläufen geprägt. In dieser einem großen Gebirge ähnlichen Region
gibt es außerdem 'Moore und Waldseen.
Voraussetzungen
So lange das Wetter mitspielt, ist die Befahrung der
Westschären mit dem Seekajak ohne große Probleme. Bei kräftigem Wind, vornehmlich, wenn
ein Tiefdruckausläufer über das Skagerrak hinweg zieht, erfordern die teilweise untiefen
Gewässer und die Überfahrten zwischen den Inseln eine gute Bootsbeherrschung und
vorausschauende Tourenplanung. Im Frühsommer und Herbst ist das Wetter wechselhaft. Lange
Querungen und Touren entlang der Außenschären mit wenig Anlandemöglichkeiten erfordern
Erfahrung und Ausdauer.
Ausrüstung
Komplett ausgerüstete Seekajaks und Faltboote mit fest
schließenden Spritzdecken sind am besten geeignet. Die Boote sollten
mit einem Steuer ausgestattet sein. Ein Kompass und eine gute Karte sind Pflicht in dem
Inselgewirr. Zur leichteren Navigation und als zusätzliche Sicherheit bei unsichtigem
Wetter empfiehlt sich ein GPS-Gerät. Ebenso zu empfehlen sind Ersatzpaddel und Flickzeug.
Da nicht immer sofort Hilfe herbeigeholt werden kann, ist eine angemessene Erste-Hilfe
Ausrüstung notwendig. Zur Nutzung der Windenergie hilft bei Zweiern ein kleines Segel. Da
nicht jeden Tag ein Hafen anlaufen werden kann, sollte ausreichend Trinkwasser dabei sein.
Als Sonnenschutz empfiehlt sich eine wasserfeste Sonnenmilch mit hohem Schutzfaktor. Zur
Einschätzung der Wetterentwicklung leistet ein Höhenmesser, der als Barometer genutzt
wird, gute Dienste. Ein Handy (Abdeckung in Bohuslän so gut wie hundertprozentig) erhöht
die Sicherheit. Es eignet sich unter Anderem zum Empfang des Wetterberichtes per SMS-Wetterservice
(z.B. www.wetterwelt.de) oder per
GPRS-Empfang zum Darstellen der aktuellen Wetterkarte.
Für Starkwindtage ist eine Schwimmweste notwendig, bei
kälterer Wassertemperatur in der Nebensaison auch ein Kälteschutzanzug aus Neopren oder
ein Trockenanzug.
Die Zeltausrüstung muss sturmfest sein. Die
Schärengewässer sind fischreich. Es lohnt sich also, die Angel mit zu
nehmen. Für das Angeln im Meer benötigt man keine Angelkarte.
Wetterdienstse
Unter wap.sr.se
und dort bei den deutschsprachigen Nachrichten kann der schwedische Wetterbericht
abgerufen werden. In den Touristeninformationen der kleinen Städte gibt es oft auch einen
Internetzugang, der für die Abfrage des Seewetterberichtes unter www.dw-world.de
oder www.dwd.de/de/wundk/w
aktuell/seewetter/index.htm genutzt werden kann.
Eine zusätzliche Hilfe ist ein kleiner Weltempfänger.
Übernachtung
Wer mit dem Seekajak in einsamen Suchten landet und dort
für eine Nacht zeltet, hat das Jedermannsrecht auf seiner Seite. In der Nähe von
Fischerhöfen sollte der Besitzer gefragt werden. Ins Bereich der größeren Ortschaften
wie z. B, Strömstadt oder Grebbestadt usw. gilbt es geeignete Campingplätze mit Zugang
zum Wasser. Auf schwedischen Zeltplätzen ist die – Camping Card Scandinavia – erforderlich.
Man kann sie auf dem ersten Zeltplatz für 100 SEK (11 EUR) als Jahreskarte erwerben. In
den Häfen der größeren Orte in den Innenschären gibt es zwischendurch
Duschmöglichkeit. Die Duschmarken gibt es meist beim Hafenmeister.
Zahlungsmittel
Die schwedische Währungseinheit ist die Krone (SEK oder
skr). 1 Krone = 100 Öre. 1 Euro = 9,10 SEK, 1 SEK = 0,11 EUR (Euro Stand 2005)
Kreditkarten sind in Schweden weit verbreitet. Die EC-Karte wird allerdings oft nicht als
Zahlungsmittel anerkannt. In den Orten an der Küste kann jedoch an Geldautomaten mit der
EC-Karte problemlos Geld abgehoben werden.
Versorgung
Der Großeinkauf vor Beginn der Tour empfiehlt sich am
besten in einer der Städte mit entsprechendem Sortiment. Hier sind besonders Strömstad
oder Hamburgsund zu nennen. Unterwegs gibt es in den kleinen Häfen einen Kaufmann zur
Ergänzung der Verpflegung.
Wichtige Telefonnummern
Notfall: Für den Notfall ist die einheitliche Notrufnummer für Polizei,
Feuerwehr und Ambulanz Tel. Nr. 112
Die deutsche Botschaft in Stockholm ist unter 0046-8
670 1 500 erreichbar.
Ärztlicher Notdienst
Das schwedische Gesundheits
system Ist sehr gut ausgebaut. Bei akuten Erkrankungen oder Unfällen stehen die
Unfallambulanzen der Krankenhäuser (akutmottagningen) zur Verfügung. Zur Deckung
der Kosten ist eine Auslandskrankenversicherung empfehlenswert.
Landkarten
Für die Anfahrt reichen die normalen Autokarten z. B. die
Euro-Länderkarte-Schweden im Maßstab 1:800 000 vom RV-Verlag aus. Auf der Kajaktour
empfiehlt sich statt einer Seekarte eher die schwedische - GRÖNA KARTAN - 1:50 000 zu
verwenden. (Blatt 9A NO Stömstad und 9A SO Strömstad) Die Karten sind sehr genau,
GPS-geeignet und die auf diesen Karten vorhandenen Höhenlinien erleichtern die Navigation
in dem Inselgewirr. Zwei A3-Auszugsscanns in Folie auf Vorder- und Rückteste
eingeschweißt decken den gesamten Bereich ab
© 2000-2009: Kanu-Verein Unterweser e.V. Bremerhaven Impressum Kontakt
Inhalte:
Inhalte dieser Seiten wurden sorgfältigst erstellt.
Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernehmen wir jedoch
keine Gewähr. Wir sind als Diensteanbieter gemäß § 7 Abs.1 TMG für
eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.
Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir jedoch nicht verpflichtet, fremde
übermittelte oder gespeicherte Informationen zu überwachen oder nach
Umständen zu forschen, die auf rechtswidrige Tätigkeit hinweisen.
Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach
den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche
Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten
Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden
Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.
Haftung für Links: Diese Präsenz
enthält Links zu Webseiten Dritter, deren Inhalte wir nicht beeinflussen können.
Deshalb übernehmen wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr.
Inhalte verlinkten Seiten verantwortet stets der jeweilige
Anbieter oder Betreiber der Seiten. Verlinkten Seiten wurden
zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft.
Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Die
permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete
Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von
Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.
Urheberrecht: Werke, Inhalte und Abbildungen
auf den Seiten des Kanuverein Unterweser unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen
des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers.
Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch
gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt
wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte
Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine
Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden
Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte
umgehend entfernen.
Datenschutz: Die Nutzung unserer
Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit
auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder
eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf
freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht
an Dritte weitergegeben. Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im
Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen
kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.
Werbung: Der Nutzung von im Rahmen der
Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung
von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird
hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich
ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von
Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.
|