RUND UM ELBAEmpfehlenswert - vor 2 Jahren (Mai 2002) waren wir dort. Die Anfahrt von Deutschlands Norden ging natürlich über die A7 zum Bodensee, wo wir spontan in dem kleinen, sehr empfehlenswerten Landgasthof Rössle in Gattnau bei Kressbronn übernachteten. Dann ging es über Bregenz (Österreich) und St. Margarethen (Schweiz) ins Rheintal und die Via Mala hoch über den St. Bernhardino, Bellinzona, Lago Magiore, Mailand nach Piombino, wo zwei Fährlinien die Insel Elba mit vielen Fährschiffen anlaufen. Wir nahmen Mobby Lines – etwas betagte Fähren, bei denen man unweigerlich an den ADAC und seine Fährtests denkt.
Wir kamen wohlbehalten in Portoferraio an
nach einer schönen Überfahrt bei Abendsonne. Zu unserem Startpunkt dem bestens
geeigneten Campingplatz Sole di Mare in Nisporto ging es auf abenteuerlich
schmalen Straßen durch Porto Azurro hinauf in den Kamm der Ostinsel und wieder
hinunter auf sehr schmalen gewundenen Straßen in den kleinen Ort Nisporto, der
sich in einem schmalen Nordtal zu Meer hin mit dem Campingplatz am Strand
abschließt. Der Platz ist ein Paddlerplatz - er wird auch von organisierten deutschen Kajak-Tourveranstaltern genutzt: Elba rund im PE-Zweier..... Wir sind in netto 5 Paddeltagen gegen den Uhrzeigersinn um die Insel gefahren und fast in jeder Dorf- oder Stadtbucht angelandet, wenn dort ein Cafe oder ähnliches zu sehen war - ein Vino oder Cappuchino ist nie zu verachten. Die Überquerung der Bucht von Portoferraio auf direktem Wege ist eine Herausforderung, man wird leicht zum vermeintlichen Jagdziel der Fähren und Schnellfähren: zwei Fährlinien machen sich da Konkurrenz und mächtig Verkehr. Danach wird es gemütlich, das Wasser ist ruhig und es paddelt sich angenehm. In der Bucht von Procchio – konkret etwas westlich von Scaglieri im Golfo Biodola in der Bucht Porticciolo - finden wir einen Platz für unser Zelt an einer kleinen Flussmündung, die Brandung hat dort eine dicke Röhrichtschicht auf dem Strand aufgeworfen – ein weiches Lager ist uns sicher.
In der Mai-Zeit war das Wetter ganz
nett, aber recht diesig. Korsika war selten zu erahnen, obwohl gar nicht fern -
in Skandinavien sähe es zu greifen nah aus - hier verschwindet es im Dunst fast
völlig.... An den Flanken des Campo Nell’Elba liegen hoch oben die beiden Orte Marciana und Foggio. Weiter nach Westen folgen nette Orte wie S. Andrea und Zanca. Dann sehen wir den Leuchtturm Polverala auf den Klippen Noch denke ich an ein Photo und den besten Punkt, diesen schönen Turm auf den Film zu bekommen, aber da kommen wir um die Ecke und es geht zur Sache. Wind aus Südwest war bisher für uns abgeschattet, jetzt trifft er uns ungeschützt. Nix mehr mit schönem Photo.
Von nun an war an eine Pause nicht mehr zu denken. Böen treffen uns glücklicherweise überwiegend von vorn. Aber die Küste lässt auch keinen Raum zum Anlanden, um dem Wind auszuweichen; wir müssen durch. Vor den kleinen Kaps kommen die Wellen aus allen Richtungen, es ist für Stunden eine elende Hoppelei, die konzentriertes Fahren verlangt. Erst an der Südküste finden wir nahe Fetovaia eine Bucht – Spiaggia delle Tombe, in der wir geschützt unser Zelt aufschlagen können. Insgesamt ist die Fahrt an der Südküste unruhiger als im Norden. An Kaps wie dem Capo di Fetovaia gibt es immer wieder Strömungen, Wellen und Wind, die unsere volle Aufmerksamkeit verlangen. Wir fahren über Campo nell’ Elba / Marina di Campo - wo wir natürlich zwischendurch einkehren und einkaufen - bis in die Bucht von Acquarilli, in der wir einen kleinen Strand in einer Felsnische finden. Sie ist an der Ostflanke der Halbinsel M. Capo Stella gelegen. Davor steht im Wasser eine Felsnadel, die den Strand etwas abschattet. Am Abend ist noch alles nett, wir sitzen an der Wasserkante und machen unser Abendbrot. In der Nacht briest es auf und bald waschen die Wellen den Kiesstrand hoch bis zu unserem Vorzelt. Am nächsten Morgen ist an Weiterfahren nicht zu denken. Zwar scheint die Sonne schön wie immer, aber der Wind steht in voller Stärke auf unserer Bucht und die Wellen branden bis ins Vorzelt – wir müssen uns in den letzten Felswinkel unseres Strandes verziehen, an eine weitere Flucht war nicht zu denken, wir waren von steilen Felsen eingeschlossen.
Nach 2 Tagen wurde es wieder ruhiger und es ging weiter. Nach der Überquerung des Golfo Stella umrunden wir die Halbinsel von Capoliveri und M. Calamite und erreichen die Ostküste Elbas. Hier fängt die Region des früheren Erzbergbaus an. Immer wieder paddeln wir entlang von verfallenden Minengebäuden, Förderanlagen, rostigen ehemaligen Verladeanlagen. Dazwischen liegen einsame Strände – und das Mittelmeer erscheint ruhig...
Als nächstes erreichen wir Porto Azzurro, zwei Burgen oder Forts – das Forte Focardo und das Forte di Longone flankieren die Zufahrt zum Stadtstrand mit den Cafes und Souvenirshops. Ein wichtiges Fußballspiel der Italienischen Liga ist gerade beendet und die lokalen Fans fahren im Autocorso durch die wenigen Straßen am Ufer mit Gehupe, Getöse und Gejohle. Wir ergänzen unsere Vorräte und stöbern ein wenig in den Läden. Spät machen wir uns wieder auf und paddeln weiter an der Küste bis zur Isolotto d’Orlano, wo wir an einem etwas vermüllten Strand bei einer verfallenen kleinen Brücke eines nicht mehr nutzbaren Weges zur Isolotto unser nächstes Lager aufschlagen. Gleich gegenüber in der Bucht liegt ein Hotelstrand, noch ist Vorsaison und kein Betrieb. Der nächste kleine Hafen , den wir erreichen ist Rio Marina. Auch hierhin kann man mit Fähren vom Festland aus fahren, doch insgesamt liegen die Orte an hier im Nordosten recht abgelegen. Als wir hier ankommen, ist gerade die Uferpromenade belegt von dem anscheinend ständig um die Insel ziehenden Textil- & Haushaltsmarkt, wo aus vollgestopften LKWs und Verkaufswagen die Waren eines ganzen Warenhauses angeboten werden. Wir stöbern mehr in der Innenstadt umher, kaufen Brot, Wein, Gemüse und ein Eis auf die Faust. Und schlendern dann wieder zum Strand um unsere Fahrt in den Boote fortzusetzen.
Wieder schippern wir entlang alter Bergwerksanlagen, bis wir den Ort Cavo erreichen, sicher der abgeschiedenste Ort Elbas – eine Fahrt mit dem wagen in diese Ecke ist eine Herausforderung, denn nur ein steiles, schmales und in vielen Serpentinen die Berge hinauf und hinab führendes Sträßchen bildet den landseitigen Zugang. Während also Port Azurro vergleichsweise hektisch, Rio Marina schon wesentlich relaxter ist, macht Cavo einen recht verträumten Eindruck. In Cavo kann ich das Restaurant Hemmingway empfehlen; liegt am südlichen Rand des Ortes etwas oberhalb der Hafenmole. Sicher nicht einfach die italienische Speisekarte zu entziffern, denn alles Bekannte von unseren deutschen Italienern und deren Speisekarten wird man vergeblich suchen, dagegen scheinen die Speisen des Hemmingway-Menüs auch recht literarisch wertvoll beschrieben zu sein. Aber da die Wirtsleute selbst auch nur Italienisch kommunizieren, ist die Bestellung ein Lotteriespiel – aber uns schien es als hätten wir den Hauptgewinn gezogen.
Langsam ist es Nachmittag geworden. Die Umrundung des Capo Vita führt uns an den Strand einer anscheinen großbürgerlichen aber nicht bewohnten Villa mit wildem Garten – wir machen eine weitere Genusspause. Eigentlich wollten wir die Fahrt nur noch kurz fortsetzen und eine gemütliche, abgelegen Bucht für unsere letzte Nacht der Kajaktour suchen bevor wir wieder Nisporto erreichen. Leider gab es keine passende Bucht mit Lagerplatz in der recht steilen Felsküste bis wir Nisportino und dann Nisporto erreichten. Unerwartet war unsere Umrundung von Elba
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